Altersgerechte Assistenzsysteme
Seniorengerechtes Wohnen als Zukunftsaufgabe
An den Möglichkeiten eine eigenständige Lebensführung bis ins hohe Alter aufrecht erhalten zu können, bemißt sich zunehmend die Lebensqualität, die unsere Gesellschaft bietet. Die Wohnung und das Wohnumfeld spielen dabei eine wesentliche Rolle. Gerade für ältere Menschen ist es wichtig, ihrem Alltag in einer vertrauten Umgebung nachgehen zu können. Doch körperliche Bewegungen und häusliche Arbeitsabläufe, die in jüngeren Jahren einfach waren, werden schwerer. Das Bedienen von (Haushalts-)Geräten wird mühsam; Lichtschalter im Dunkeln ertasten, birgt Stolpergefahren; der Arztbesuch wird zur durchgeplanten Unternehmung. Auch das Bedürfnis nach Sicherheit steigt. Wie hole ich Hilfe, wenn ich in meiner Wohnung hingefallen bin oder mir etwas zustößt? Fragen, die viele ältere Menschen verunsichert.
Produktentwickler, Architekten und Marketingstrategen stehen erst am Beginn Lösungen zu finden, die für ein selbständiges Leben im Alter sprechen. Sie sollten sich beeilen, denn nichts wächst so schnell, wie die Zahl der Senioren. Im Jahr 2030 wird die Altersgruppe der über 60-jährigen mehr als ein Drittel der Bevölkerung stellen, manche Statistiken gehen von der Hälfte aus.
Intelligente "Assistenten" machen die Wohnung einfach und komfortabel
Wie können die vertrauten vier Wände also so umgerüstet werden, dass sie den veränderten Nutzerbedürfnissen gerecht werden? Die Antwort findet sich in einer modernen Kommunkations- und Elektroinstallation, die darauf ausgerichtet ist, auch telemedizinische Assistenten zu integrieren. Hauptsächlich sind drei Bereiche betroffen:
- Gesundheit
- Sicherheit
- Komfort
Wesentlich für die Akzeptanz der "helfenden Hände" ist ihre einfache Bedienbarkeit und ihr nützlicher Mehrwert. Im Vordergrund steht dabei das gesundheitliche Wohlergehen, das gestärkte Sicherheitsgefühl und natürlich eine Vielzahl von Komfort-Funktionen, die das Wohnen angenehm machen. Begünstigt wird die Etablierung von Assistenzsystemen von der vernetzenden Technologie des Internets und dem Medium Fernsehen als Kommunikationsmittel, da beides verstärkt von Senioren genutzt wird. Denn: Leben heißt in Kontakt bleiben.
Ist erst einmal die elektrotechnische Infrastruktur in einer Wohnung geschaffen worden, läßt sich ein individuelles Assistenzsystem einrichten, das auch spezielle gesundheitliche Anforderungen berücksichtigt oder auf Wünsche des Nutzers eingeht. Hier einige Beispiele:
Gesundheit
- Sturzprophylaxe
- Aktivitätstracking
- Melder für Medikamenteneinnahme
- Melder für regelmässige Essens- und Getränkezufuhr
- Überwachung der Vitalfunktionen
Sicherheit
- Überwachung von Haushaltsgeräten (Herd, Bügeleisen, etc.)
- Überwachng der Umgebung (Rollläden, Haustür, Fenster, etc.)
- Überwachung des Wassereinlaufes (Badewanne)
- Notruf-Hilfe, z.B. direkt am Handgelenk
Ärzte- und Pflege-Netzwerke können Patienten besser betreuen
Die visuelle Kommunikationsmöglichkeit des Internets läßt auch die ärztliche Fürsorge neue Wege gehen. Mittels Telemonitoring lassen sich ältere Patienten, für die der Weg zur Arztpraxis mühevoll ist, wesentlich schonender und effektiver behandeln. Während der virtuellen Sprechstunde können außerdem Gesundheitsdaten abgefragt und auf einen Server abgelegt werden, auf den authorisierte Personen Zugriff haben. Müssen die Daten einem Facharzt oder Krankenhaus zur Begutachtung zur Verfügung gestellt werden, lassen sie sich schnell übermitteln. Somit vermeidet man Doppeluntersuchungen, die für den Patienten Stress bedeutet hätten, spart Zeit und damit Kosten.
Noch scheint dies Zukunftsmusik in Deutschland. Doch die Akzeptanz für derartige Ambient Assistent Living-Systeme (AAL) steigt bei den Patienten und den betroffenen Berufsgruppen. Die flächendeckende Einführung wird nur eine Frage der Zeit sein, angesichts der dramatischer Kostenentwicklung im Gesundheitsbereich.
Intelligentes Wohnen ist seniorengerecht
Seniorengerechtes Wohnen heißt, dass die Wohnung über eine zukunftsfähige Elektroinstallation verfügt, die es ermöglicht, derartige medizinische und pflegerische Dienste zu integrieren. Umgekehrt müssen sich auch Dienstleister, wie Ärzte, Pflegedienste, Betreiber von Senioren-Wohnanlagen auf die "helfenden" Assistenten einstellen. Denn in naher Zukunft werden die Senioren nicht mehr auf die Annehmlichkeiten von intelligenten Wohnungen verzichten wollen.